Präambel des Fonds „Auf Augenhöhe“
Millionen Menschen aus Krisengebieten sind weltweit auf der Flucht, Hunderttausende von ihnen mittlerweile in Deutschland eingetroffen.
Ihre Integration bedeutet für unsere Zivilgesellschaft sowie für die Geflüchteten selbst eine enorme Aufgabe, birgt aber auch die wertvolle Chance,
sich durch kulturelle Vielfalt reichhaltiger und zukunftsfähiger zu entwickeln. Ganz unterschiedliche Projekte an unzähligen Orten geben Antworten
auf diese Herausforderung und erarbeiten ergänzend zu bestehenden Unterstützungsformen der öffentlichen Hand Lösungsansätze.
Ihr Engagement für eine gelingende Integration sowie für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt will der Fonds „Auf Augenhöhe“ fördern.
Dazu stärkt er unter anderem Initiativen, die von Bürgerstiftungen sowie den Houses of Resources (HoR) ins Leben gerufen und begleitet werden.
Diese Organisationen sind wichtige Knotenpunkte für ehrenamtlich engagierte Menschen und ermöglichen ein ebenso koordiniertes wie qualifiziertes Handeln.
Sie verfügen über bewährte Strukturen, sind regional gut vernetzt und wissen, was vor Ort wirklich benötigt wird.
Der Fonds möchte auf diese Weise einen Beitrag dazu leisten, Unterstützungsmöglichkeiten und Begegnungen so zu gestalten, dass Unterschiede respektiert werden
und mehr Gleichheit im sozialen Leben entsteht. Ein vorurteilsfreies Aufeinanderzugehen ist hierbei der Leitimpuls. So versteht sich der Fonds nicht nur
als helfende Geste in Richtung der Geflüchteten und Angekommenen, sondern vielmehr auch als Ausgangspunkt für wertschätzende Dialoge und Beziehungen.
Im Kern steht der Fonds deshalb für Frei- bzw. Gestaltungsräume statt für Programme – und setzt sich dadurch von den meisten anderen Hilfsangeboten ab.
Der von der Software AG – Stiftung (SAGST) aufgelegte und von dem GLS Treuhand e. V. betriebene Fonds ist dabei als übergreifende Plattform zu betrachten, die Ideengeber:innen
und Macher:innen vernetzt. Er wird vom Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands im Bundesverband Deutscher Stiftungen sowie den HoR inhaltlich
und aktiv begleitet. Darüber hinaus ist er ausdrücklich offen für Kooperationen mit weiteren Stiftungen und Partnern sowie engagierten Menschen.
Konkret unterstützt das freilassende Format – das sich mit Förderungen bis zu 1.000 Euro auch direkt an gemeinnützige Akteur:innen
ohne Anbindung an Bürgerstiftungen und HoR richtet – vielfältige Ansätze, in denen sich Alteingesessene und Neudazugekommene zum Beispiel über Kunst und Esskultur,
Bewegung oder Natur sowie mittels Medien begegnen. Die geförderten Projekte können von Beratung und Begleitung in verschiedenen Bereichen bis hin zu Ausbildungs-
und Qualifizierungsmaßnahmen reichen sowie unterschiedliche Formen der Selbstorganisation und des Empowerments umfassen.
Die einzige inhaltliche Vorgabe: Im Mittelpunkt sollte stets ein respektvoller und zugewandter Umgang, das heißt ein ehrliches Für- und Miteinander auf Augenhöhe, stehen.
In diesem Sinne förderfähig sind beispielsweise Initiativen, die eine breite Teilhabe an sozialen Prozessen möglich machen, den Erfahrungsaustausch
zwischen allen Beteiligten sichern und durch geeignetes Coaching oder Supervisionen für eine kontinuierliche Reflexion der Flüchtlingsarbeit sorgen.
Solche Ansätze schließen auch ehemalige Flüchtlinge ein, die durch ihre Erfahrungen und Kompetenzen eine wichtige Brücke bilden können.
Ferner haben unter anderem interkulturelle Trainings, ehrenamtliche Sprachkurse sowie Schulungen zu Rechtsfragen oder zum Demokratieverständnis Aussicht auf Unterstützung.
Außerdem fördert der Fonds Integrationsmaßnahmen, die bestehende Hilfen sinnvoll ergänzen oder in Bereichen wirken, in denen staatliche Subventionen
bzw. Regelleistungen nicht greifen.
Nicht über den Fonds finanziert werden können hingegen abrufbare Leistungen aus Bundesprogrammen bzw. kommunalen Angeboten sowie reine Sprachkurse,
schulische Maßnahmen oder Kurzprojekte wie Events, von denen keine nachhaltigen Effekte ausgehen.